von MartinC » 5. Jun 2026, 13:03
Um auf eine weitere vorherige Frage einzugehen, ich finde die Preise von Madame... moderat! Die Produktion kostet ein komplettes Vermögen, und am Ende des Tages muß dieses jemand bezahlen, und der "jemand" sind in diesem Fall halt die Zuschauer.
Die Preise in La Défense und bei "Nevermore" waren (in Frankreich) nahezu identisch, und zwar kosteten die teuersten (*) Tribünenplätze 185€ (die billigsten in den Ecken hinten/oben 55€), die vordere Hälfte der Stehplätze im Innenraum 125€ und die hintere Hälfte 55€. Das ist, verglichen mit dem was alte Rockstars (ohne nennenswerte Bühnentechnik) in jüngerer Vergangenheit aufrufen, *sehr* im Rahmen. Bedenkt man, daß bei "Nevermore" die Produktion beispielslose 65 Millionen Euro gekostet hat, konnte man hochrechnen, daß die Ticketeinnahmen über die komplette Tour hinweg grade einmal ungefähr dieses Budget gedeckt hatten! Das heißt, im Prinzip fuhr man exakt das gleiche Modell, wie die meisten kleinen Indie-Bands auf Club-Tour: Die Eintrittspreise decken die Produktionskosten, und den eigenen Gewinn erwirtschaftet man dann erst operativ während der Tour: Merch (in Mylènes Fall ist das massiv), ein paar Sponsoren (Werbung) und die Nachverwertung mit Kinoeinnahmen, Live-Album und DVD/BR.
Das sind natürlich dann erhebliche Gewinne, aber diese werden erst bei den Konzerten und den Jahren danach erzielt, und absolut niemand wird dazu gezwungen.
Weiterhin muß man sagen, daß die Ticketpreise selbst eigentlich der geringste Teil der privaten Gesamtkosten beträgt. Was richtig reinknallt, sind die Hotels, denn wenn die Konzerte mehr als 12 Monate vorher angekündigt werden, haben die Hotels in Nähe der Spielorte alle Zeit der Welt, sich für diese Tage Mondpreise auszudenken. Will man in der Nähe der Venues absteigen, was sehr sehr sinnvoll ist, Chaos in der Nacht ist immer inklusive, dann hat man Glück, wenn man nicht deutlich mehr als den Ticketpreis pro Nacht zahlen muß.
Und dann gibt es noch die Fahrtkosten. Sind die Züge ausgelastet, werden sie brachial teuer (*darüber* regt sich komischerweise auch kein Politiker auf, im Gegensatz zu Ticketpreisen für Fußballspiele) und irgendwann bekommt man keine mehr. Ich war 2019 in La Défense auf den Konzerten 3 und 4, und wollte eine gute Woche später kurzfristig wirklich doch noch zum finalen 9. Konzert. Ein retourniertes Ticket hätte ich tatsächlich 36 Stunden vor der Show bekommen... aber keinen Zug mehr. Sämtliche ICEs/TGVs den gesamten Samstag lang von Betriebsbeginn bis Ankunft Paris 18:00 Uhr waren komplett ausgebucht, finito.
(*) PS: In La Défense gab es einmalig große Boxen/Stalls an der Hinterseite des Innenraums, die kosteten 204€. Das waren mit Abstand die beschissensten Plätze im Auditorium, weil sie fast keine Steigung hatten, um nicht die unteren Reihen der Mitteltribüne zu versperren. Dieser Sündenfall wurde 2023 in den Stadien nicht wiederholt und kommt auch hoffentlich nie wieder. Bzw. hätte man das vorher wissen können und die einfach nicht kaufen. Bzw. wußten die Leute das tatsächlich vorher, da die Kategorie "Gradins Or" deutlich vor der Kategorie "Carré Platine" ausverkauft war...

Um auf eine weitere vorherige Frage einzugehen, ich finde die Preise von Madame... moderat! Die Produktion kostet ein komplettes Vermögen, und am Ende des Tages muß dieses jemand bezahlen, und der "jemand" sind in diesem Fall halt die Zuschauer.
Die Preise in La Défense und bei "Nevermore" waren (in Frankreich) nahezu identisch, und zwar kosteten die teuersten (*) Tribünenplätze 185€ (die billigsten in den Ecken hinten/oben 55€), die vordere Hälfte der Stehplätze im Innenraum 125€ und die hintere Hälfte 55€. Das ist, verglichen mit dem was alte Rockstars (ohne nennenswerte Bühnentechnik) in jüngerer Vergangenheit aufrufen, *sehr* im Rahmen. Bedenkt man, daß bei "Nevermore" die Produktion beispielslose 65 Millionen Euro gekostet hat, konnte man hochrechnen, daß die Ticketeinnahmen über die komplette Tour hinweg grade einmal ungefähr dieses Budget gedeckt hatten! Das heißt, im Prinzip fuhr man exakt das gleiche Modell, wie die meisten kleinen Indie-Bands auf Club-Tour: Die Eintrittspreise decken die Produktionskosten, und den eigenen Gewinn erwirtschaftet man dann erst operativ während der Tour: Merch (in Mylènes Fall ist das massiv), ein paar Sponsoren (Werbung) und die Nachverwertung mit Kinoeinnahmen, Live-Album und DVD/BR.
Das sind natürlich dann erhebliche Gewinne, aber diese werden erst bei den Konzerten und den Jahren danach erzielt, und absolut niemand wird dazu gezwungen.
Weiterhin muß man sagen, daß die Ticketpreise selbst eigentlich der geringste Teil der privaten Gesamtkosten beträgt. Was richtig reinknallt, sind die Hotels, denn wenn die Konzerte mehr als 12 Monate vorher angekündigt werden, haben die Hotels in Nähe der Spielorte alle Zeit der Welt, sich für diese Tage Mondpreise auszudenken. Will man in der Nähe der Venues absteigen, was sehr sehr sinnvoll ist, Chaos in der Nacht ist immer inklusive, dann hat man Glück, wenn man nicht deutlich mehr als den Ticketpreis pro Nacht zahlen muß.
Und dann gibt es noch die Fahrtkosten. Sind die Züge ausgelastet, werden sie brachial teuer (*darüber* regt sich komischerweise auch kein Politiker auf, im Gegensatz zu Ticketpreisen für Fußballspiele) und irgendwann bekommt man keine mehr. Ich war 2019 in La Défense auf den Konzerten 3 und 4, und wollte eine gute Woche später kurzfristig wirklich doch noch zum finalen 9. Konzert. Ein retourniertes Ticket hätte ich tatsächlich 36 Stunden vor der Show bekommen... aber keinen Zug mehr. Sämtliche ICEs/TGVs den gesamten Samstag lang von Betriebsbeginn bis Ankunft Paris 18:00 Uhr waren komplett ausgebucht, finito. :motz:
(*) PS: In La Défense gab es einmalig große Boxen/Stalls an der Hinterseite des Innenraums, die kosteten 204€. Das waren mit Abstand die beschissensten Plätze im Auditorium, weil sie fast keine Steigung hatten, um nicht die unteren Reihen der Mitteltribüne zu versperren. Dieser Sündenfall wurde 2023 in den Stadien nicht wiederholt und kommt auch hoffentlich nie wieder. Bzw. hätte man das vorher wissen können und die einfach nicht kaufen. Bzw. wußten die Leute das tatsächlich vorher, da die Kategorie "Gradins Or" deutlich vor der Kategorie "Carré Platine" ausverkauft war... :pfeif: